Inhalt (9 Abschnitte)
- Krankenversicherung für Rentner bei der Rückkehr: drei Ausgangslagen
- Mit S1 im EU-Ausland gelebt: die Rückkehr ist einfach
- Krankenversicherung der Rentner: die 9/10-Regel
- Wenn die KVdR nicht greift: Auffang-Versicherung oder freiwillige GKV
- Rentner aus Drittstaaten: Was mit der GKV beim Wegzug passiert ist
- Zuletzt privat versichert: PKV-Pflicht auch im Ruhestand
- Pflegeversicherung nach der Rückkehr: die Vorversicherungszeit beachten
- Beispiele: Vier Rentner kehren zurück
- Ihr Ablauf als Rentner bei der Rückkehr
- Rentner, die im EU-Ausland über ihre deutsche Kasse versichert waren (Portables Dokument S1), bleiben GKV-Mitglied – bei der Rückkehr informieren sie Kasse und Träger am Wohnort und erhalten wieder eine Gesundheitskarte (DVKA, 01.08.2025).
- In der Krankenversicherung der Rentner ist pflichtversichert, wer in der zweiten Hälfte des Erwerbslebens zu neun Zehnteln gesetzlich versichert war (§ 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V); gesetzliche EU-Zeiten zählen mit, private Zeiten nicht.
- Greift die KVdR nicht, kommen Rentner mit gesetzlicher Vorgeschichte ohne andere Absicherung über die Auffang-Versicherungspflicht in die GKV – die 55er-Regel gilt dafür nicht.
- Wer zuletzt privat versichert war, muss sich auch im Rentenalter in der Regel privat versichern; jeder Versicherer muss dann den Basistarif anbieten, 2026 höchstens 1.017,18 € im Monat.
Für die Krankenversicherung von Rentnern bei der Rückkehr nach Deutschland gilt: Wer im EU-Ausland mit dem Portablen Dokument S1 über die deutsche Kasse versichert war, bleibt GKV-Mitglied und erhält wieder eine Gesundheitskarte (DVKA). Alle anderen sind in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert, wenn sie in der zweiten Hälfte des Erwerbslebens zu neun Zehnteln gesetzlich versichert waren (§ 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V). Sonst greift bei gesetzlicher Vorgeschichte die Auffang-Versicherungspflicht; wer zuletzt privat versichert war, muss sich in der Regel privat versichern. Stand: Oktober 2026.
Krankenversicherung für Rentner bei der Rückkehr: drei Ausgangslagen
Ruheständler im Ausland leben versicherungsrechtlich sehr unterschiedlich. Für die Rückkehr lassen sich drei typische Lagen unterscheiden – sie entscheiden darüber, wie einfach der Weg zurück ist.
| Lage im Ausland | Was bei der Rückkehr passiert | Aufwand |
|---|---|---|
| EU/EWR/Schweiz, weiter über die deutsche Kasse versichert (S1) | Mitgliedschaft besteht fort; Kasse und Wohnort-Träger informieren, Gesundheitskarte erhalten | gering |
| Drittstaat, deutsche GKV endete mit dem Umzug | letzte Versicherung GKV: KVdR, wenn erfüllt, sonst Auffang-Versicherung | mittel |
| Privat versichert vor dem Wegzug, ohne Anwartschaft | Pflicht zur PKV; Basistarif ohne Ablehnung; Antrag binnen eines Monats | hoch |
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Mit S1 im EU-Ausland gelebt: die Rückkehr ist einfach
Bezieht ein Rentner eine deutsche gesetzliche Rente und hat im neuen Wohnstaat keinen eigenen Anspruch – etwa aus einer dortigen Rente oder Beschäftigung –, bleibt er bei einem Umzug in einen EU-/EWR-Staat oder die Schweiz bei seiner deutschen Kasse versichert. Er zahlt die Beiträge weiter in Deutschland und erhält die Sachleistungen am Wohnort über das Portable Dokument S1 (DVKA-Merkblatt „Meine Krankenversicherung bei Wohnort im Ausland“, Stand 01.08.2025). Das gilt nach Angaben der TK auch in Staaten mit eigenem staatlichem Gesundheitssystem.
Für die Rückkehr empfiehlt die DVKA: den Krankenversicherungsträger am bisherigen Wohnort informieren, dortige Versicherungskarten zurückgeben und die deutsche Kasse über die Rückkehr unterrichten. Die deutsche Kasse prüft den Leistungsanspruch nach deutschem Recht und stellt bei Bedarf wieder eine elektronische Gesundheitskarte aus. Eine neue Zuordnung zu GKV oder PKV ist nicht nötig – Sie waren durchgehend Mitglied.
Krankenversicherung der Rentner: die 9/10-Regel
Wer eine gesetzliche Rente bezieht oder beantragt, ist in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) pflichtversichert, wenn er seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Stellung des Rentenantrags mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte dieses Zeitraums Mitglied der GKV oder familienversichert war (§ 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V). Die Mitgliedschaft beginnt mit dem Tag der Rentenantragstellung (§ 186 Abs. 9 SGB V).
Was mitzählt
Pflicht-, freiwillige und Familienversicherung in Deutschland; gesetzliche Versicherungszeiten aus EU-/EWR-Staaten und der Schweiz im Regelfall (Art. 6 VO (EG) 883/2004; DVKA), nachgewiesen mit E 104 bzw. SED S041. Zu Zeiten als Grenzgänger in der Schweizer KVG siehe Krankenversicherung für Grenzgänger in Rente.
Was nicht zählt
Zeiten in der privaten Krankenversicherung, Zeiten mit Expat- oder Auslandspolicen und Versicherungszeiten in Drittstaaten ohne Gleichstellung, etwa in den USA oder Thailand.
Für Rückkehrer heißt das: Wer lange im EU-Ausland gesetzlich versichert war, hat gute Chancen, die 9/10-Regel zu erfüllen. Wer lange in einem Drittstaat gelebt oder viele Jahre privat versichert war, erreicht sie oft nicht. Ausführlich zur KVdR und zu den Beiträgen im Ruhestand: Zurück in die GKV ab 55.
Wenn die KVdR nicht greift: Auffang-Versicherung oder freiwillige GKV
Erfüllen Sie die 9/10-Regel nicht, ist der Weg in die GKV damit nicht verschlossen. Wer zuletzt gesetzlich versichert war – in Deutschland oder im EU-/EWR-Ausland bzw. der Schweiz – und keine andere Absicherung hat, fällt unter die Auffang-Versicherungspflicht (§ 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V). Sie beginnt am ersten Tag ohne andere Absicherung, zuständig ist die letzte Kasse. Wichtig für Ältere: Die 55er-Regel des § 6 Abs. 3a SGB V gilt für diesen Weg ausdrücklich nicht (Satz 5).
Beiträge: Auffang- und freiwillig Versicherte zahlen nach ihrer gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (§ 240 SGB V) – also auf Renten, Betriebsrenten und andere Einnahmen, mindestens auf die Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 € im Monat. Daraus ergibt sich ein Mindestbeitrag von rund 278,17 € einschließlich Pflegeversicherung (2026, ohne Krankengeld, kinderlos; eigene Berechnung). Ob die freiwillige Versicherung nach § 9 SGB V in Frage kommt, hängt von der Vorversicherungszeit und der Drei-Monats-Frist ab; nach langen Jahren im Ausland ist sie meist abgelaufen. Die Wege im Detail: Zurück in die GKV nach dem Ausland.
Rentner aus Drittstaaten: Was mit der GKV beim Wegzug passiert ist
Laut DVKA endet die deutsche Krankenversicherung von Rentnern, die ihren Wohnort in einen Staat verlegen, der weder EU-/EWR-Staat noch die Schweiz noch ein Abkommensstaat mit Regelungen zum Wohnortwechsel ist. Solche Abkommensstaaten sind laut Merkblatt unter anderem Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Serbien, Tunesien, die Türkei und das Vereinigte Königreich. Wer also nach Thailand, in die USA oder in die Vereinigten Arabischen Emirate gezogen ist, war dort nicht mehr über Deutschland versichert. Die Verbraucherzentrale empfiehlt in diesen Fällen eine private Auslandskrankenversicherung vor Ort.
Bei der Rückkehr werden die Zeiten in diesen Staaten ausgeklammert. Ihre letzte Versicherung ist dann die deutsche GKV. Mit dem Wohnsitz in Deutschland spricht vieles dafür, dass die KVdR wieder greift, wenn Sie die 9/10-Regel erfüllt haben – sonst die Auffang-Versicherung. Lassen Sie das von Ihrer Kasse vor der Rückkehr schriftlich bestätigen. Mehr zur Drittstaat-Logik: Rückkehr aus den USA und anderen Drittstaaten.
Zuletzt privat versichert: PKV-Pflicht auch im Ruhestand
Für frühere Privatversicherte ist die Rückkehr im Rentenalter am schwierigsten. Wer zuletzt privat versichert war, fällt nicht unter die Auffang-Versicherungspflicht. Die KVdR erreichen sie nach langer PKV-Zeit selten, und der Weg über eine Anstellung ist ab 55 durch § 6 Abs. 3a SGB V meist versperrt. Es gilt die Pflicht zur privaten Krankenversicherung (§ 193 Abs. 3 VVG).
- Mit Anwartschaft: Vertrag reaktivieren, bei vielen Versicherern innerhalb von zwei Monate – ohne Gesundheitsprüfung; mit großer Anwartschaft zum alten Eintrittsalter.
- Ohne Anwartschaft: Normaltarif mit Gesundheitsprüfung und hohem Eintrittsalter – oder der Basistarif, in dem jeder Versicherer Sie aufnehmen muss: 2026 höchstens 1.017,18 € im Monat, bei Hilfebedürftigkeit 508,59 €.
- Frist: Antrag innerhalb eines Monats nach Beginn der Pflicht, sonst einmaliger Prämienzuschlag (§ 193 Abs. 4 VVG) – Ihren Betrag zeigt der Prämienzuschlag-Rechner.
- Familienversicherung: Ist Ihr Ehe- oder Lebenspartner gesetzlich versichert und Ihr Gesamteinkommen nicht höher als 565 € im Monat, kann die beitragsfreie Familienversicherung ein Weg sein (§ 10 SGB V) – Renten zählen beim Einkommen mit.
Zur PKV im Ruhestand allgemein: PKV in der Rente. Die ganze Rechtslage: Zuletzt privat versichert und Rückkehr.
Pflegeversicherung nach der Rückkehr: die Vorversicherungszeit beachten
Mit der Krankenversicherung folgt die Pflegeversicherung: GKV-Mitglieder sind in der sozialen Pflegeversicherung, Privatversicherte brauchen eine private Pflegepflichtversicherung (§ 23 SGB XI). Für Rückkehrer im Rentenalter ist dabei eine Regel wichtig, die oft übersehen wird. Leistungen der sozialen Pflegeversicherung setzen voraus, dass Sie in den letzten zehn Jahren vor der Antragstellung mindestens zwei Jahre als Mitglied versichert oder familienversichert waren (§ 33 Abs. 2 SGB XI). Wer nach langer Zeit in einem Drittstaat zurückkommt, erfüllt diese Vorversicherungszeit unter Umständen erst nach einiger Zeit wieder.
Ob und wie Zeiten im EU-Ausland mitzählen, klärt die Pflegekasse; die DVKA weist etwa darauf hin, dass britische Zeiten für neue Fälle seit 2021 nicht mehr berücksichtigt werden können, und empfiehlt bei geplanter Rückkehr eine Beratung zur Anwartschaft in der Pflegeversicherung. Wer im Ausland lebt und eine Rückkehr im Alter für möglich hält, sollte deshalb nicht nur die Kranken-, sondern auch die Pflegeversicherung vor dem Wegzug klären.
Beispiele: Vier Rentner kehren zurück
Die Beispiele sind konstruiert und zeigen das Grundmuster – keine echten Fälle.
| Lebenslauf | Im Ausland | Voraussichtlich nach der Rückkehr |
|---|---|---|
| Lebenslang GKV, deutsche Rente | acht Jahre Mallorca mit S1 | weiter Mitglied der bisherigen Kasse |
| Lebenslang GKV, 9/10-Regel erfüllt | sechs Jahre Thailand, Expat-Police | KVdR nach Klärung durch die Kasse, sonst Auffang |
| Erst angestellt (GKV), ab 45 selbstständig mit PKV, PKV beim Wegzug gekündigt | Portugal, privat vor Ort | PKV-Pflicht – zuletzt privat versichert, 9/10-Regel nicht erfüllt; Basistarif als Sicherheitsnetz |
| Selbstständig mit PKV, große Anwartschaft | vier Jahre Kanada | Anwartschaft reaktivieren – zum alten Eintrittsalter |
Ihr Ablauf als Rentner bei der Rückkehr
Vorgeschichte und Status klären
Rente aus Deutschland, aus dem Gastland oder beides? Über welche Kasse waren Sie zuletzt versichert? Gibt es eine Anwartschaft?
Nachweise sammeln
Rentenbescheide, S1, Mitgliedsbescheinigungen, E 104 bzw. SED S041 für EU-Zeiten, Abmeldebescheinigung des Gastlands.
Kasse oder Versicherer vor der Einreise anschreiben
KVdR oder Auffang bestätigen lassen bzw. PKV-Antrag oder Reaktivierung vorbereiten – Fristen laufen ab dem Zuzug.
Den vollständigen Wochenplan bietet die Rückkehr-Checkliste; wie EU-Zeiten nachgewiesen werden, erklärt Rückkehr aus der EU.
Häufige Fragen
Welche Krankenversicherung habe ich als Rentner nach der Rückkehr nach Deutschland?
Das hängt von Ihrer Vorgeschichte ab. Sind Sie über die deutsche Kasse mit S1 im EU-Ausland versichert gewesen, bleiben Sie dort Mitglied. Sonst kommen die Krankenversicherung der Rentner (9/10-Regel), die Auffang-Versicherungspflicht, die freiwillige GKV oder – wenn Sie zuletzt privat versichert waren – die PKV in Betracht. Verbindlich entscheidet Ihre Krankenkasse.
Zählen Versicherungszeiten im Ausland für die 9/10-Regel?
Gesetzliche Versicherungszeiten aus EU-/EWR-Staaten und der Schweiz werden im Regelfall berücksichtigt; den Nachweis liefert die Bescheinigung E 104 bzw. das SED S041 (DVKA). Private Versicherungszeiten zählen nicht, ebenso wenig Zeiten in Drittstaaten wie Thailand.
Kann ich als Rentner aus dem Ausland in die GKV zurück, wenn ich über 55 bin?
Ja, wenn Sie zuletzt gesetzlich versichert waren: Die 55er-Regel des § 6 Abs. 3a SGB V gilt ausdrücklich nicht für die Auffang-Versicherungspflicht. Waren Sie zuletzt privat versichert, ist der Weg in die GKV im Rentenalter dagegen in aller Regel versperrt.
Was passiert mit meiner GKV, wenn ich als Rentner in einen Staat außerhalb der EU ziehe?
Laut DVKA endet die Krankenversicherung in Deutschland, wenn Sie in einen Staat ziehen, der weder EU-/EWR-Staat noch die Schweiz noch ein Abkommensstaat mit Regelungen zum Wohnortwechsel ist – etwa Thailand. Bei der Rückkehr zählt dann wieder Ihre letzte Versicherung: die GKV.
Welche Beiträge zahle ich als Rentner nach der Rückkehr?
In der KVdR werden Beiträge aus der gesetzlichen Rente, Versorgungsbezügen wie Betriebsrenten und Arbeitseinkommen erhoben. Als Auffang- oder freiwillig Versicherter zählt die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, mindestens die Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 € im Monat (2026). In der PKV hängt der Beitrag vom Tarif ab, im Basistarif höchstens 1.017,18 €.
Quellen
- DVKA-Merkblatt: Meine Krankenversicherung bei Wohnort im Ausland (Rentner) – Stand 01.08.2025
- DVKA: Rentnerinnen und Rentner – Merkblätter – abgerufen 10.10.2026
- DVKA: Häufig gestellte Fragen (E 104 / SED S041, Vorversicherungszeit KVdR)
- § 5 SGB V – Versicherungspflicht (Abs. 1 Nr. 11, 13)
- § 186 SGB V – Beginn der Mitgliedschaft (Abs. 9, 11)
- § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit (Abs. 3a)
- § 193 VVG – Versicherungspflicht, Prämienzuschlag, Basistarif
- § 33 SGB XI – Leistungsvoraussetzungen und Vorversicherungszeit der Pflegeversicherung
- TK: Wohnen, Arbeiten und Krankenversicherung im Ausland – Stand 28.07.2026
- Verbraucherzentrale: Krankenversicherung im Ausland – Wie lange bin ich geschützt? – Stand 19.05.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Kranken- und Pflegeversicherung bei Rückkehr nach Deutschland, Auswanderung und Auslandsaufenthalt (Stand: 10. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Aussagen zur Versicherungspflicht sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung; im Einzelfall entscheidet Ihre Krankenkasse, im Streitfall das Sozialgericht. Unabhängige Beratung bieten z. B. die Verbraucherzentralen und Fachanwälte für Sozial- oder Versicherungsrecht. Herausgeber: PKV-Ausland.de. PKV-Ausland.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.